Ma-El Weiher (geb. 1999) studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien und an der Accademia di Belle Arti in Florenz und arbeitet vor allem im Medium der Malerei. Die Erforschung öffentlicher Räume und ihrer intimen, verletzlichen Aspekte ist das zentrale Thema ihrer Arbeit. Ma-El Weiher hat mehrere Auszeichnungen erhalten und an Einzel- und Gruppenausstellungen in Florenz, Istanbul, Freiburg, Baden-Baden, Klagenfurt,Stuttgart und Wien teilgenommen.
“Während der Kabuff-Residency habe ich mich mit den Auswirkungen des menschlichen Handelns und Nichthandelns auseinandergesetzt. Mein Ansatz hierbei konzentrierte sich auf Details und das scheinbar Marginale. Manchmal buchstäblich mit Füßen Getretenes, dem Verfall Preisgegebenes, aber auch Gerettetes.
Hierbei wurde bewusst nach dem Verbindendem im Dreiländerraum gesucht, das abseits von Nationalismen und Grenzen menschliches Wirken sichtbar machen und widerspiegeln kann. Objekte, wie beispielsweise zurückgelassene Fahrräder, dienen als Träger, um existenzielle Themen wie Einsamkeit, Verwundung und Beziehungen zu reflektieren.
Das Medium der Malerei und die Frage nach der Bildwürdigkeit sind dabei zentral. Ich beleuchte, wie die kleinen Entscheidungen und das Zurücklassen von Objekten im öffentlichen Raum – an der Schnittstelle von Privatem und Öffentlichem – Geschichten andeuten und somit Bilder konstituieren und Fragen aufwerfen.
Es findet also eine Auseinandersetzung einerseits mit der unmittelbaren Umgebung statt, andererseits werden auch Bezüge zu kunsthistorischen Bezugsgrößen hergestellt, besonders die beiden großformatigen Arbeiten beziehen sich darauf.
Resultat und Präsentation
Neben vielen kleinen Studien wurden sieben großformatige Arbeiten entwickelt und zum Teil fertiggestellt. Zentral sind dabei zwei großformatige Bilder (ca. 140 x 200 cm, Pietá und Die verlorene Hoffnung), die ich als vorläufi g abgeschlossen betrachte. Diese setzen zeitgenössische Straßenszenen in direkten Bezug mit anerkannten Darstellungen dramatischer Emotionen und Szenen der Kunstgeschichte in Bezug.
Zudem wurde eine dreiteilige Arbeit entwickelt, die Fahrräder aus Freiburg, der Schweiz und Frankreich als Motive haben und sich mit dem kulturübergreifenden Phänomen des Zurücklassens beschäftigen.
Am 23.12.2025 fand eine öffentliche Präsentation der während der Kabuff Residency entstandenen Arbeiten statt. Diese wurde trotz des Termins einen Tag vor Weihnachten von etwa 50 Personen besucht. Heidi Brunnschweiler hat hierbei eröffnende Worte gesprochen und im dialogischen Gespräch in die Arbeiten eingeführt.
Allgemeine Erfahrung
Nach meinem Master-Abschluss an der Universität für angewandte Kunst Wien war die Kabuff-Residency eine tolle Möglichkeit, neue Arbeiten zu schaffen und neuen Ideen Raum zu geben. Durch die niedrigen Temperaturen waren die Arbeitsphasen relativ kurz, dafür aber sehr konzentriert und intensiv. Besonders interessant war zudem auch der Austausch sowohl mit Mitarbeitenden des E-Werks als auch mit den Künstler*innen der Bildhauerhalle. Besonders gefreut hat mich der Austausch mit der Künstlerin Karla Zipfel, deren Einzelausstellung im Rahmen der Regionale im E-Werk präsentiert wurde.“
Treffpunkt: KABUFF in der Bildhauerhalle
Präsentation der Arbeiten, die während der KABUFF-Residency entstanden sind.